SY Sydia / Bericht „Rund Um“

Bericht 67. Rundum 16. – 17. Juni 2017

Die Sydia startete mit der folgenden Crew: Christof (Skipper), Helmut (Co-Skipper, Trim), Friedel (Pit), Michael (Mast), Arno (Grinder) – nach Ausrüstung und Check der Sicherheitseinrichtungen haben wir um 18.15 den Hafen zu einem Probeschlag verlassen. Die Windverhältnisse haben uns dann noch veranlasst, die grosse Genua 1 durch die Genua 2 zu ersetzen. Zumindest zum Start soll uns dass weniger Krängung und bessere Sicht bringen. Der Start war wie immer bei der Rundum „chaotisch“ und von wenig koordinierten Manövern von Skippern geprägt, die sonst wenig Wettfahrten absolvieren. Da darf man sich aber nicht aufregen – ohne die wäre die Rundum nicht die grösste Regatta am Bodensee. Wer Stress beim Start haben will, der kann sich jeden Mittwoch in der Bregenzer Bucht mit wilden Steuermännern messen. Nachdem wir recht nördlich gestartet sind, und die dort versammelten schnellen Yachten rasch davon zogen, haben wir bald umgelegt und sind unseren ersten Steuerbordbugschenkel gefahren. Auf dem folgenden Backbordbug haben wir dann wieder auf die Genua 1 gewechselt. Nach einem weiteren Schlag bis Bad Schachen konnten wir dann die Tonne in Romanshorn anliegen und sind mit guter Geschwindigkeit zwischen 5 und 8 Knoten Richtung Wendemarke gesegelt. Dabei waren wir bei den wenigen Teilnehmern, die auf der luvseitigsten Position segelten – wir schätzen im Nachhinein, dass dort der Wind kräftiger war (Durchschnitt ca. 10 Kn, Böen bis zu 20 kn). Um 22.20 haben wir dann die Tonne in Romanshorn gerundet und uns bei immer noch sehr guten Windverhältnissen (ca. 3 Bft) auf den Weg Richtung Eichhorn gemacht. Kurz vor 1.00 Uhr haben wir auch diese Tonne liegen gelassen und sind bei sich abschwächendem Wind in den Überlinger See eingetaucht. Dort sind wir mit ca. 300 m Abstand zum südlichen Ufer bis Überlingen gefahren – ab der Mainau bei deutlich weniger Wind (ca. 6 Kn, Böen ca. 9 kn). Erst kurz vor Höhe Überlingen (04.00 Uhr) sind wir Richtung Wendetonnen abgefallen und ins Chaos geraten. Zu unserem Erstaunen war dort ein extrem dichtes Feld mit jeder Menge Yachten, die wir dort nicht erwartet haben – Pfeil, Vinga, Null, Petrus, einige schnelle X und J Boote – unsere Taktik vor allem im Überlinger See war ein voller Erfolg. Die Rundung war extrem herausfordernd – bei wenig und vor allem stark drehenden Winden ist es für eine sehr schwere Yacht schwierig, mit den Manövern der leichteren und bei diesem Wind schnelleren Schiffen mitzuhalten. Es blieb keine Wahl, als mit einer Halse zurückzusetzen und mit viel Luvraum die Tonne zu runden. Gleich danach wurde der Spi gezogen und es gelang uns noch mit leichter Fahrt bis Unteruhldingen zu kommen. Dort wurde es dann flautig und irgendwann parkten wir vor Immenstaad. Um ca. 10.00 setzte dann Thermik ein und um 11.00 setzte sich Westwind durch, der ab Langenargen dann kräftiger wurde uns und mit guter Geschwindigkeit ins Ziel brachte. Um nicht zuviel von der Ideallinie abzukommen, haben wir – auch als Training – ca. 10 mal geschiftet. Um ca. 14.00 sind wir dann ins Ziel gelaufen. Nicht unerwähnt soll an dieser Stelle bleiben, dass wir noch kurz vor dem Ziel einen Luvkampf mit einer Bavaria 40 S auf erfolgreicher Position hatten, der von der Hohentwiel abrupt unterbrochen wurde. Diese lässt sich wohl publikumswirksam als Startschiff präsentieren, und rast danach ohne Rücksicht ca. 300 m vor dem Ziel quer durch die Linie – konform aber nicht seemännisch; man sollte den Kapitän wohl auch mal auf eine Regatta mitnehmen – die Einladung steht!

Vom Ergebnis sind wir in unserer Klasse YST 4 auf Platz 9 von 37 gestarteten Booten gelandet. Wenn man alle YST Gruppen betrachtet, so sind wir auf Platz 30 von 97 gestarteten Booten platziert. Die KWINDOO Tracker Analyse zeigt, dass wir bis zur Tonne Überlingen ganz vorne dabei waren, und auf dem Schenkel nach Lindau zurückgefallen sind. Insgesamt sind wir aber mit dem Resultat sehr zufrieden und freuen uns schon auf die nächste RundUm.

Christof Grabher /SY Sydia

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