The Race 2018 – Bericht der längsten Regatta am Bodensee

Am vergangenen Wochenende fand zum 8. Mal die aktuell längste Regatta am Bodensee statt: „The Race“ 70 Meilen Freundschaftsregatta Yacht Club Langenargen. Der Start erfolgt um 08.00 in Langenargen und führt über die 1. Wendetonne nach Bodman, dann zu einer Kontrolltonne vor Langenargen, zur 2. Wendetonne bei Bregenz und dann ins Ziel bei Langenargen. Dieses Mal haben 46 Mannschaften zur Regatta gemeldet – ein buntes Sammelsurium von Rennkatamaranen wie Skinfit, Holy Smoke und Green Horny, Rennyachten wie  Farr 400 (Sonnenkönig), Psaros 33 (Falcon und Evanesse) oder M 34 (Full Moon), Performance Cruiser und Fahrtenyachten. Bei den Traditionsyachten gab es leider nur zwei Teilnehmer: Den 80er Seefahrtskreuzer HOC Neustadt und unsere Sydia, ein Tore Holm Seekreuzer. Damit kam keine eigene Klasse zustande und wir starteten in der YST Gruppe 2. Vom Yacht Club Hard war noch Horst Zimmermann mit der La Wally vertreten – Thomas Thaler als Stammteilnehmer beim Race war verhindert.

Am Freitag Abend fand nach der Einschreibung und dem Auffassen des Trackers ein gemütlicher Hock im Zelt des YCLA statt. Nachdem jedes Jahr nahezu die gleichen Teilnehmer sind und sich diese auch bei den anderen großen Regatten auch regelmäßig treffen, entstand gleich eine familiäre Atmosphäre, die den einen oder anderen animierte, doch länger zu bleiben. Bei der Steuermannbesprechung wurden auch Neuerungen bekannt gegeben. Nachdem man 2017 zum ersten Mal bei Langenargen ein zu passierendes Gate eingerichtet hatte (Möglichkeit zur Bahnabkürzung), dass gleichzeitig auch als Ziellinie funktionierte, gab es dort einige heikle Situationen zwischen passierenden Yachten und Yachten, die schon im Zieleinlauf waren. Um diese Gefahrensituation zu umgehen und wohl auch um die Haftung der Wettfahrtleitung zu beschränken, wurde eine eigene Tonne gelegt, die es zu passieren galt. Das Ziel waren zwei weitere Tonnen ca. 100 Meter entfernt, die laut Aussage der Wettfahrtleitung bei der Passage nicht durchfahren werden dürfen. Das hätte eine Disqualifizierung zur Folge – ein Thema, dass noch zu Diskussionen führen sollte.

Beim Start am Samstag herrschte Wind aus westlichen Richtungen mit ca. 3 Bft, was zu einem raschen Schlag Richtung Überlinger See führte. Leider setzten wir auf einen Kurs nahe bei der Mainau, der uns schnurstracks zu Mittag in ein Flautenloch führte, dass wir mit Grillen an Bord überbrückten. Nach zwei Stunden gelang es uns, in den Überlinger See hineinzuschleichen – leider herrschten hier die berüchtigten löchrigen Windverhältnisse, sodass wir beim Abendessen noch nicht viel weiter wie Nussdorf gekommen waren. Mit Einbruch der Dunkelheit setzte aber Südwest mit bis zu 15 Knoten ein und die Sydia bewegte sich mit 7 Knoten Richtung Tonne Bodman, die wir kurz nach 21.00 Uhr rundeten. Nach einem kurzen Aussetzer drehte der Wind dann auf Nordost und wir konnten mit Anlieger Richtung Langenargen segeln. Ab Kirchberg frischte es soweit auf, dass wir das erste Reff in das Großsegel einbanden. Um ca. 03.00 Uhr passierten wir die Tonne in Langenargen, um 05.45 Uhr die wendetonne in Bregenz – leider hatte der Wind doch wieder erheblich abgegeben. Mit der Dämmerung verbesserten sich die Verhältnisse wieder und um 07.37 überfuhren wir die Ziellinie; damit blieben wir knapp unter 24 Stunden für die 70 Meilen (Logge 78 Meilen), einem Schnitt von ca. 3,3 Knoten über die gesamte Distanz. Sieger der Wettfahrt war die Skinfit von Fritz Trippolt, La Wally erreichte den 4. Platz bei den ORC Sportbooten, die Sydia den 2. Platz bei YST Gruppe 2.

Nach Zieleinlauf verholten wir gleich in den BMK Hafen und verpflegten uns im Zelt mit Suppe und Weißbier. Dort lief schon die Diskussion, ob die Skinfit disqualifiziert werden muss, nachdem diese nach der Passagetonne am Weg nach Bregenz auch das Ziel durchlaufen hatte. Offensichtlich hat das die Wettfahrtleitung doch nicht so gesehen, und die Skinfit führt die offizielle Ergebnisliste an. Man kann das so sehen, nachdem die Regel dazu dient, dass es zu keinen Kollisionen kommen soll. Beim Führenden Schiff ist das wohl ausgeschlossen – wir werden bei Gelegenheit nachfragen, was die offizielle Begründung ist.

Gesamthaft betrachtet sind wir der Überzeugung, dass die Regatta mehr Teilnehmer verdient hätte – aus unserer Sicht ist es mit Start am Morgen und Segeln in die Nacht das bessere Format wie die Rundum. Wir werden 2019 jedenfalls wieder dabei sein.

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