Sydia Baltic Tour 2019 / Teil 1

Freitag, 7. Juni

Nachdem am Donnerstag der Transport nicht geklappt hat, sollte es heute losgehen. Der Tieflader hat mit deutlicher Verspätung –  durch den polnischen Zoll – noch eine Bente nach Lausanne zu transportieren und soll dann sofort nach Kressbronn kommen. Als Orientierung war 14.00 Uhr angegeben, geladen wurde dann um 19.00 Uhr. Nachdem der zweite Fahrer erst ab Würzburg zur Verfügung steht, hat sich unser Crewmitglied Friedel ans Steuer gesetzt. Helmut und ich sind mit dem Mietwagen nachgefahren. Wie geplant haben wir dann Friedel bei einer Raststätte bei Würzburg wieder aufgenommen und sind nach Kiel weitergefahren. Dort sind wir um 07.00 eingetroffen, haben gefrühstückt und die Rettungsinsel bei SOS-Technic abgeholt. Um 10.00 waren wir dann bei der Becsen Werft in Labö wo die Sydia dann um 10.00 eingetroffen ist. Nach professioneller Wasserung und Mast stellen haben wir die weiteren Riggarbeitenübernommen und das Schiff seeklar gemacht. Beim anschliessenden Einkaufen im lokalen Edeka hat uns die Kassierin einen Kurs in norddeutschen Usancen gegeben: Moin sagt man als Gruss, Moin Moin sagt man, wenn man schnacken will. Von nun an hat Friedel jedes Fräulein mit Moin Moin begrüsst – offensichtlich verstehen die Tiroler Bergbewohner und die norddeutschen Damen unter „schnacken“ verschiedene Dinge. Am Abend haben wir die Fischküche in Labö genossen und einen Spaziergang zum U-Boot und Marinedenkmal gemacht.

 

Samstag, 8. Juli

Der Rest der Crew ist mit etwas Verspätung (Pfingsverkehr) um 14.00 Uhr in Labö eingetroffen. Damit waren wir nun vollständig. Nach Einweisung wurde dann gleich ein Probeschlag in der Kieler Förde durchgeführt. Dieser hatte es gleich in sich – 30 Knoten Wind machten das Einbinden des zweiten Reffs erforderlich. Nach einigen Wenden und Halsen wurde wieder der Hafen Labö angelaufen. Nachdem der Fisch so hervorragend schmeckt, haben wir gleich wieder die Fischküche besucht. Der Absacker fiel nur kurz aus – wir wollten ja früh auslaufen.

 

Sonntag, 9. Juli

Tagwache war um 04.00 Uhr und alle gingen sogleich noch diversen Geschäften nach und nutzten die Dusche – ungewiss ob eine solche in den nächsten Tagen zur Verfügung steht. Nach dem obligatorischen Morgenkaffee – die Sydia verfügt nach Anordnung der Eignerin auch über eine Kaffeemaschine – hiess es um 05.00 Uhr Leinen los. Ziel der ersten Etappe war Aarhus – eine Distanz von ca. 150 NM ab Labö. Der Wetterbericht war gut, Wind mit ca. 10 m/s aus Südwest und kein Regen. Im Norden wird die Windstärke in den Wetterberichten mit m/s angegeben. Mit Faktor 2 kann man das dann in Knoten umrechnen. Den Wetterbericht nehmen wir vom DMI – bisher war der am zuverlässigsten. So segltenwir dann bei ca. 15 – 25 Kn Wind und einer 2 Meter hohen Welle auf Raumkurs gegen Norden. Am Nachmittag haben wir dann die grosse Belt Brücke erreicht und im 4. Bogen passiert. Leider nahm der Wind immer mehr ab, sodass wir eine Entscheidung zu treffen hatten: Weitersegeln, Motor oder in einen Hafen in der Nähe. Nachdem wir unbedingt Aarhussehen wollten, entschieden wir uns mit Motor den Hafen Kolby Käs auf der Insel Samsö anzulaufen. Um ca. 21.30 Uhr liefen wir bei herrlichem Sonnenschein in den Hafen ein. Kein Verschreiber, der Sonnenuntergang ist erst um 22.00 Uhr und bis 24.00 ist es hell. Kolby Käs ist ein wirkliches Kuhkaff – einige Bauernhäuser und Fischer und ein Hafen. So wurde die Bordküche angeworfen und ein italienischer Abend gemacht: Antipasti, Spaghetti mit hausgemachter Sugo, Rotwein Espresso und jede Menge Grappa. Um 01.30 war dann Bettruhe und alle haben fest geschlafen – der Grappa hat dazu beigetragen, dass die diversen Sägewerke nicht gestört haben.

Euer Christof

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