Sydia Baltic Tour 2019 / Teil 9

… der letzte Teil der Baltic Tour 2019 von Christof G.

Deshalb: Vielen Dank Christof für Deine tollen Berichte, und dass Du uns damit an Deiner Reise hast teilnehmen lassen!

Mittwoch, 17. Juli

Um 08.30 war Tagwache und um 10.00 Uhr liefen wir Richtung Kappeln aus. Bei leichten Winden aus Nordwest wechselten Motor und Segel ab. Kurz nach 11.00 erreichten wir den Kalkgrund – genau dort beim Leuchtturm waren wir mit der gleichen Besatzung 2007 in ein schweres Gewitter geraten. Der Skipper noch unerfahren mit dem Schiff und der Ostsee, die Kinder noch klein, aber gottseidank eine Frau die nicht in Panik kam. Wir erinnerten uns an damals und stellten fest, dass am ersten Tag unserer Reise mindestens vier Stunden die gleichen Windverhältnisse waren – wir machen Fortschritte. Um 12.30 erreichten wir Schleimünde und passierten um 13.45 die Brücke in Kappeln. Gleich liefen wir in das Sportbecken des ASC ein und wollten einen freien Platz suchen. Eine erste grüne Box sichteten wir sogleich, bemerkten aber ein schwedisches Motorboot hinter uns, der offensichtlich ohne Rücksicht unbedingt in die erste grüne Box wollte. Bisher dachten wir immer, die Schweden besitzen eine gute Seemannschaft – nun gut, es sind MoBo-Leute. Mit einem gekonnten Manöver rückwärts waren wir aber trotzdem vorher in der Box. Nach einem Anlegebier im Tauwerk wurde eine Tour durch Kappeln gemacht. Auffallend war, dass nur Pensionisten und Hartz 4ler am Weg sind. Ansonsten hat sich seit 2007 nichts geändert – ausser dem Niro-Werner, der schon seit einigen Jahren fest sitzt 

(https://www.tz.de/bayern/das-sonderbare-leben-des-werner-m-22010.html) – bei ihm haben wir damals manchen Beschlag gekauft. Verändert hat sich aber die Restaurant-Szene, der Speicher 45 existiert nicht mehr. Trotzdem hatten wir Glück, das Restaurant Meeresjungfrau ist sehr zu empfehlen. Am Abend die übliche Routine – Hornochsen und Whisky, da schläft man gut.

Donnerstag, 18. Juli

Um 07.30 war Tagwache und um 08.45 sind wir die Brücke passiert. Um 09.30 waren wir in Schleimünde und sind abwechselnd mit Segel und Motor Richtung Labö gefahren. Der Wind war zunächst leicht aus Ost und drehte dann auf Südost. Um 13.00 Uhr waren wir fest bei der Becsen Werft, besuchten rasch die Fischküche für Fischbrötchen und Bier. So gestärkt begannen wir die Sydia transportfertig zu machen: Segel abschlagen, laufendes Gut abbauen und aufschiessen, zusammenräumen, Auto holen, Rettungsinsel nach Kiel bringen usw. So verging der Nachmittag und am Abend ging es letztmals in die Fischküche am Hafen. Wer jemals nach Labö kommt, sollte unbedingt dieses Restaurant besuchen – frischere Fische bekommt man kaum, sehr gut zubereitet, tolle Atmosphäre und zudem preiswert. Um 23.00 Uhr war Nachtruhe, am Freitag stand ja eine lange Autofahrt am Programm.

Freitag, 19. Juli

Nach der Tagwache um 08.00 Uhr wurden die letzten Sachen aus dem Schiff geräumt und die Bäume in die Kajüte verbracht. Dann wurde der Mast an Land gelegt und die Fallrolle ausgetauscht – das Patent mit der Dirk hat seinen Dienst getan – es war funktional aber Reffen war schwierig. Nach dem Verpacken des Mastes mit Klarsichtfolie verabschiedeten wir uns vom Team der Becsen Werft – eine tolle Truppe, die zwar mit nordischer Tradition nicht zuviel schwätzen, aber super kompetent und super freundlich sind. Ingo Jensen wünschen wir an dieser Stelle eine gute Besserung seines gebrochenen Fingers! Am Montag wird die Sydia dann aufgeladen und von Uwe Schriever nach Kressbronn transportiert. Wenn alles klappt, so steht sie nächste Woche wieder an ihrem Liegeplatz in Hard. Damit endet ein herrlicher Segelurlaub in Dänemark, der alles brachte: Starkwind, Flauten, stabile Brisen, Regen, Sonnenschein, einsame Inseln, Grosstädte, neue Bekanntschaften und vor allem eine intensive Zeit der ganzen Familie. Zum Schluss stehen für den Familientörn 450 Nautische Meilen auf dem Konto, davon ca. 300 unter Segeln.

Damit endet die Sydia Baltic Tour 2019 und die Berichterstattung – insgesamt wurden ca. 1.100 NM zurückgelegt, davon 800 unter Segeln. Es war so schön, dass es schwer fällt, wieder 5 Jahre zu warten. Mal sehen, was die Zukunft bringt. Zuletzt ein herzliches Dankeschön an alle Crews – es war sehr schön, mit Euch zu segeln! Und ein Kompliment an die Sydia, die diesmal auch gezeigt hat, was für ein Regattapotenzial in Ihr steckt, vor allem bei „steiferen“ Bedingungen. 

Weitere tolle Fotos findet Ihr auf Christof’s Album

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