Bericht „The Race“ 70 Meilen Freundschaftsregatta 2021

Am zweiten Septemberwochenende veranstaltete der Yacht Club Langenargen die Langstreckenregatta „The Race“. Hinter dieser Überschrift verbirgt sich eine Regatta, die am Samstag früh um 08.00 gestartet wird und von Langenargen nach Bodman, Lochau und wieder zurück führt. Luftlinie sind das ca. 70 NM oder 130 km – die längste Wettfahrt am Bodensee. Die Regatta wurde 2012 als Konkurrenz zur Rundum ins Leben gerufen, konnte sich aber leider nicht entsprechend etablieren. Waren in den ersten Jahren Startfelder zwischen 50 und 60 Booten, so waren in diesem Jahr nur mehr 32 Meldungen erfolgt. Das ist schade, denn eigentlich ist dieses Format eine echte Ergänzung zur Rundum: Zeitpunkt im frühen Herbst, Start in der Früh und Segeln in die Nacht hinein! Es ist dem Yacht Club Langenargen hoch anzurechnen, dass die Regatta trotz der wenigen Teilnehmer durchgeführt wurde.

Die SYDIA hat seit 2012 an jeder „The Race“ Regatta teilgenommen und ist nach dem 80er Seefahrtskreuzer HOC NEUSTADT das älteste Boot aller Teilnehmer. Diese setzen sich Großteils aus Katamaren und modernen Rennyachten zusammen. Am Freitag wurde die SYDIA überstellt und zum ersten Mal wurde das neue Clubhaus besucht, indem die Wettfahrtleitung noch über die Regatta informierte. Die neuen Räumlichkeiten sind im englischen Stil gehalten und sehr beeindruckend, vor allem wenn man vom YCH kommt. Besonders gefreut hat es uns, dass die SYDIA auch auf der Fotogalerie prominent gleich neben der Bar vertreten ist.

Am Samstag morgen um 08.00 nahm die Crew der SYDIA als einziger Teilnehmer vom YCH mit Skipper Christof, Helmut (YCH), Friedel (BSC) und Hannes (YCL) das Rennen auf. Beim Start herrschte leichter NW, der bald durch leichten NO abgelöst wurde. So zogen wir Höhe Eriskirch den Spinaker, der erst wieder kurz vor der Tonne in Bodman geborgen wurde. Bei schönem und warmen Wetter segelten wir mit 1,5 bis 3,0 Knoten Richtung Überlinger See. Aufgrund unseres Gewichtes von ca. 10 t ist das wohl die ungünstigste Situation für die SYDIA. Und so bildeten wir ab Mainau das Schlusslicht, nachdem wir bis dahin den 75er NULL mit dem YCL Vorstand als Crew auf Distanz halten konnten. Um ca. 18.30 Uhr rundeten wir die Tonne vor Bodman – damit war auch das Abendessen mit Eintopf angesagt. Nach einem Winddreher wurde wieder der Spinaker gesetzt und in die Dämmerung hinein gesegelt. Kurz vor Einbruch der Nacht Höhe Überlingen drehte der Wind wieder auf NO und der Spinaker wurde geborgen. Mit der Genua und auffrischendem Wind – immer wieder durch Löcher unterbrochen – segelten wir nah dem deutschen Ufer dem Gate in Langenargen entgegen. Wir genossen die wunderschöne Nacht mit Sternenhimmel und einer Einsamkeit auf dem nahezu glatten Wasser. Lediglich die Hohentwiel rauschte mehrmals an uns vorbei – offensichtlich war die auf Besuch im westlichen Teil des Sees. Um 04.30 erreichten wir dann das Gate in Langenargen und hatten wieder kräftig auf das hintere Feld aufgeholt. In Lindau gelang es uns, die rote Laterne an die VASCO abzugeben. Um 07.45 rundeten wir die Tonne bei Bregenz und prompt nahm der Wind stark ab. Mit 0,5 bis 1,5 Knoten kreuzten wir durch die Bregenzer Bucht und bis zum Rhein. Dann setzte wieder Wind ein, sodass wir um 13.10 das Ziel in Langenargen passierten. Die VASCO hat es leider nicht geschafft – um 14.00 Uhr war das unerbittliche Limit. So haben wir für die 70 Meilen ca. 30 Stunden gebraucht, was einem Schnitt von 2,3 Knoten entspricht. Damit war das Durchhaltevermögen die wichtigste Eigenschaft, die benötigt wurde. Mit Genugtuung haben wir festgestellt, dass wir nach gerechneter Zeit vor der NULL liegen, auch wenn wir in unterschiedlichen Gruppen eingeteilt wurden. Nächstes Jahr sind wir wieder dabei!

P.S. Gewonnen hat der Katamaran Orange Utan vor der Skinfit

Bericht: Christoph Grabher

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