Die 46. Ein- und Zweihand-Regatta des Yacht Club Bregenz rund um den Bodensee hatte am vergangenen Wochenende einiges zu bieten: sportliche Erfolge, herrliches Segeln bei kräftigem Südwestwind – aber auch eine kurze, heftige Gewitterfront, die mehrere Crews vor große Herausforderungen stellte.
Vom 21. bis 23. August führte die traditionsreiche Langstreckenregatta die Teilnehmer rund um den Bodensee. Die Einhandsegler starteten am Freitagmorgen, am Samstag folgten die Zweihand-Crews. Insgesamt scheinen 41 Boote in der Ergebnisliste der Einhand und 87 Boote bei der Zweihand auf.
Erfolgreiche Einhand für den YCH
Aus sportlicher Sicht begann das Wochenende für den Yacht Club Hard äußerst erfreulich. Thomas Garnitschnig segelte mit seinem Drachen SeBo zum Sieg in der Klasse Yardstick 3. Nach einer gesegelten Zeit von 8:10:50 Stunden bedeutete die berechnete Zeit von 7:43:03 Stunden den ersten Platz in seiner Klasse.
Neben dem sportlichen Geschehen kam es bei der Einhand-Regatta nach Informationen aus dem Teilnehmerkreis auch zu einem Person-über-Bord-Vorfall. Die betroffene Person konnte gerettet werden.
Traumhafte Zweihand – bis die Front kam
Die Zweihand-Regatta am Samstag begann unter ausgezeichneten Bedingungen. Bereits am Start wehte ein konstanter Südwestwind. Nach der Wendemarke bei Konstanz frischte der Wind bei zunächst klarem Wetter weiter auf und sorgte für schnelles Segeln.
Auch die YCH-Crew auf der Seascape 27 La Wally war flott unterwegs. Über längere Zeit standen mehr als zwölf Knoten auf der Logge.
Am frühen Nachmittag änderte sich die Situation jedoch schlagartig. Zwischen etwa 14 und 15 Uhr zog aus Südwesten, aus Richtung Appenzell, eine Gewitter- und Regenfront über den Bodensee. Aus der Entfernung wirkte die Wetterentwicklung zunächst wenig dramatisch. Eine Regenwand im Raum Rorschach war zwar deutlich erkennbar, doch die Heftigkeit der unmittelbar folgenden Böen war so nicht abzusehen.
Als die Front die Boote erreichte, sorgten Böen um sechs Beaufort innerhalb kürzester Zeit für schwierige Verhältnisse.
Auch die La Wally wurde mit voller Besegelung erwischt und lag zunächst flach auf dem Wasser. Die Crew konnte sich sicher an Bord halten. Nach rund zehn Minuten war der Spuk weitgehend vorbei, die Seascape richtete sich wieder auf und konnte anschließend unter Gennaker ihren Kurs Richtung Ziel fortsetzen.
Mastbrüche und Segelschäden
Andere Teilnehmer traf die kurze Front wesentlich härter. Bei einer Esse 850 kam es zu einem schweren Riggeschaden, bei einer weiteren Esse ging eine Person über Bord. Auch hier konnte die Person gerettet werden.
Auf einer Grand Surprise brach während der Front der Mast. Um weitere Schäden und eine Gefährdung des Bootes zu verhindern, mussten die Wanten gekappt werden; das Rigg versank mitsamt den Segeln im Bodensee.
Darüber hinaus wurden aus dem Teilnehmerfeld weitere Segel- und Riggeschäden gemeldet. Trotz der teilweise dramatischen Situationen sind keine schwerwiegenden Personenschäden bekannt geworden.
YCH-Doppelsieg in der ORC-Sportbootklasse
Sportlich gab es für den Yacht Club Hard schließlich noch einen besonderen Grund zur Freude: Horst Zimmermann und Manfred Mäser gewannen mit ihrer Seascape 27 La Wally die ORC-Sportbootklasse.
Nach 7:40:44 Stunden gesegelter Zeit erreichten sie eine berechnete Zeit von 8:06:32 Stunden. Damit lagen sie nicht nur an der Spitze ihrer Klasse, sondern erzielten auch die beste berechnete Zeit der Sieger aus den drei ausgeschriebenen ORC-Klassen ORC 1, ORC 2 und ORC Sportboot.
Gemeinsam mit dem Yardstick-3-Sieg von Thomas Garnitschnig bei der Einhand-Regatta war es damit trotz der turbulenten Wetterbedingungen ein ausgesprochen erfolgreiches Wochenende für den Yacht Club Hard.
Herzliche Gratulation unseren erfolgreichen Seglern – und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die nach diesem ereignisreichen Wochenende wieder sicher in den Hafen zurückgekehrt sind

