Rundum – Jubiläum für den LSC

Am Freitag, 5. Juni 2026, wurde in Lindau die 75. Rundum Regatta gestartet – dazu wurde vom LSC ein Jubiläumsprogramm aufgelegt. Die erste Rundum Regatta wurde 1951 durchgeführt.  Es war eine beschauliche Angelegenheit: 40 Schiffe am Start, die Segler kannten einander alle. Und sie hatten auch genügend Zeit, die Bekanntschaft zu pflegen. Das Foto vom Start zeigt quälende Flaute. Die Regatta musste damals noch von den französischen Behörden genehmigt werden – und der Zoll verlangte das vorsorgliche Ein- und Ausklarieren der Teilnehmer. Schließlich hätten sie – statt um die Wette zu segeln – auch Waren aus der Schweiz schmuggeln können. Die erste RUND UM gewann die „Bayern II“ unter Werner Kinkelin. Seitdem ist die Regatta – mit Ausnahme des Coronajahrs 2020 – jährlich veranstaltet worden. Bis 1978 haben die Traditionsyachten – wenn auch schon „aufgerüstet“ – die Regatta geprägt. Besonders zu erwähnen die 75er Schärenkreuzer Benny mit 7 und Argo mit Siegen. Die zur Libera umgerüstete Quartas „Gustav Gans“ gewann 1978, 1980 folgte die „Amigo Nuovo“. Die nächsten 17 Jahre siegten Liberas mit 12 Mann im Trapez – oder andere Einrumpfkonstruktionen, die über Wasserballast und Schwenkkiele verfügen. Ab 2007 wurde durch eine einschneidende Änderung des Reglements die Teilnahme der bis heute dominierenden Katamarane möglich, die auf eine Anregung des Bodenseeseglerverbands zurückging. Mehrrumpfboote, ORC-Racer, Hightech-Schiffe mit beweglichem Kiel und Wasserballast waren erstmals in einer eigenen Startgruppe vertreten. 2008 hatte es genügend Wind für die über 40 Stundenkilometer schnellen 40 Fuß Katamarane. Der Holländer Jonny Hutchcroft gewann auf seinem Katamaran Extreme40 „Holmatro“ die Langstrecke in einer neuen Rekordzeit von 4 Stunden, 41 Minuten und 37 Sekunden, genau eine Minute später folgte der zweite Katamaran. Den aktuellen Rekord (2025) hält die ehemalige Skinfit mit Skipper Moritz Kleindienst mit einer Zeit von 03:38.25.

Zum Jubiläum 2026 waren 227 Segelboote gemeldet – damit hat sich die Teilnehmerzahl wieder stabilisiert – die Höchstzahl wurde mit 512 Booten 2001 erreicht. Unter diesen Booten befand sich auch die Sydia mit Skipper Christof Grabher und Helmut Sperger, Günter Dullnigg, Michael Bauer und Klaus Greilich. Am Donnerstag verlegte die Sydia nach Lindau um die Einschreibung vorzunehmen. Das gab uns die Gelegenheit an der Leetonne die Manöver der historischen Regatta zu beobachten – an dieser nahmen 11 Boote teil, die schon 1951 teilgenommen hatten. Beeindruckend die Rückkehr der Argo – nun mit weissem Rumpf und jugendlicher Besatzung. Nachdem wir beim Hafenmeister Mani einen Liegeplatz reservieren konnten, besuchten wir auch die Seglerparty am Abend auf dem LSC Gelände. Leider hat der Regen die Party „gecrasht“ – nur wenige haben sich im Zelt eingefunden und wurden von der Band „DieJ and the WassBand“ beschallt. Beeindruckend die Bläserformation – leider ging in diesen Klängen die Sängerin unter. Die Nacht hat es dann durchgeregnet, sodass der Absacker auf dem Schiff stattfand.

Am Freitag wurde dann die Sydia regattaklar gemacht, Klaus aufgenommen und nach Hard überstellt, wo die Crew dann mit Michael vervollständigt wurde. Vor dem Auslaufen erfolgte dann eine intensive Diskussion über die Strategie – beim Wetterbriefing in Lindau hat Frank Bandle eine überzeugende Analyse geliefert – kurz zusammengefasst leichter Westwind zum Start, dann ab 18.00 Uhr kräftiger Südost am Schweizer Ufer, in der Nacht dann Nordostwind mit 8 – 10 kn. Ergebnis war, dass wir nach dem Start die Situation beobachten und wenn möglich eine „Contra-Strategie“ mit dem erhofften Süd-Ost zu fahren. Mit einem Gewicht von 10 Tonnen ist die Sydia bei Leichtwind stark im Nachteil, eine vordere Platzierung kann nur mit taktischem Risiko erzielt werden. Unser Start erfolgte am Pin-End, das sich in der Mitte des Sees befand. Dort hatten wir freie Fahrt, waren Punkt 16.30 auf der Linie und konnten mit Steuerbordbug gut losfahren. Nach zwei Schlägen mit leichtem Wind fuhren wir nun Richtung Salzmann mit der Erwartung dass der Wind auf SüdOst dreht. Ungefähr 5 weitere Boote folgten dieser Taktik, das Feld fuhr entlang des deutschen Ufers. Leider erwies sich diese Taktik als falsche Entscheidung – der Südost blieb aus und wir standen in einer Flaute. Kurz vor Altenrhein legten wir um und der leichte Westwind hat wieder eingesetzt. So kreuzten wir Richtung Tonne Romanshorn – der Wind drehte immer mehr Richtung Nord. Kurz vor der Tonne hatten wir dann den wind schon aus Nord und wir mussten die letzten Meter mit einer Raumkreuz bewältigen – ein Spinakermanöver auf den letzten 500 Metern hätte uns mehr Zeit gekostet. Um ca. 22.00 Uhr rundeten wir die Tonne und konnten mit auffrischendem NordNordwest die nächste Tonne beim Eichhorn anliegen. Diese wurde dann um 24.00 Uhr gerundet und mit inzwischen auf Nordost gedrehtem Wind konnten wir nun auch Lindau genau anlegen. Um ca. 04.00 Uhr erfolgte dann der Zieleinlauf – fast gleichzeitig mit der Wild Lady – im Überlinger See herrschte Flaute, sodass die Startgruppen 2 und 3 erheblichen Geduldsproben ausgesetzt waren. Am Ende haben wir den 21. Rang von 47 gestarteten Booten in YST 4 erreicht. Nach den anfänglichen Problemen am südlichen Ufer – eine Zeitlang lagen wir am vorletzten Platz – konnten wir noch gut aufholen und ca. 30 Boote überholen. Zusammengefasst war es eine schöne Regatta mit allseits fairem Segeln – wir freuen uns schon auf 2027!

Weitere Teilnehmer vom YCH:

YST 3:

  • Stephanie Rauch 7. Platz von 36

ORC 2:

  • Thomas Peter, 6. Platz von 7

Bericht: Christof Grabher

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