Die Ripa Blu ist eine Benetau Oceanis 473 mit Baujahr 2003 – diese wurde 2023 von Vorarlberger Seglern übernommen; Chefskipper ist Marc Iser, der am Bodensee den Bootsservice betreibt. Nachdem dass Boot über Jahre in der Marina von Giulianova den Heimathafen hatte, soll sie nun für einige Saisonen nach Griechenland verlegt werden. Für den Überstellungstörn im Jänner 2026 hat sich eine Crew gefunden, die auch mit Seglern vom YCH besetzt ist: Skipper Marc Iser, Co-Skipper Helmut Sperger (YCH), Christian Hämmerle (YCH), Christof Grabher (YCH) und Günter Dullnig.
Mittwoch, 7. Jänner 2026
Am 7. Jänner startete die Crew in St. Margrethen und fuhr mit dem Zug nach Giulia Nova. Die Zugfahrt war sehr entspannt und hatte aufgrund der umsichtigen Umsteigplanung keine Stresssituationen – pünktlich um 15.45 trafen wir am Zielort ein. Interessant war, dass längere Umsteigzeiten bei der Bahn nicht buchbar sind, das System nimmt zwangsweise die kürzeste Verbindung, nicht einmal am Bahnhof konnte das SBB Personal die Reise nach unseren Vorgaben buchen; so blieb nicht anderes übrig, als die Etappen (St. Margrethen – St. Gallen – Zürich – Mailand – San Benedetto del Trente – Giulianova) einzeln zu buchen.
Im Hafen angekommen wurde das Schiff kontrolliert, die Heizöfen gestartet und ein Restaurant ausgesucht. Obwohl keine Touristen in Süditalien sind, werden die offenen Restaurants von den Einheimischen gut frequentiert – Zu unserem Glück sind Skipper und Co-Skipper in der Szene gut bekannt und wir bekamen gleich einen Tisch im ausgezeichneten Restaurant Braci et Grani . Nach dem Essen fand sich die Crew im Salon und testete die Raumtemperatur – diese hat gepasst aber durch die Lüfter war die Luft derart trocken, dass das Bier arg dezimiert wurde.
Donnerstag, 8. Jänner 2026
Der Donnerstag war geprägt von Arbeiten am Schiff: Fertigstellen der Dieselheizung, Austausch der Steuerung am WC, Reparatur des Dinghis, Bunkern von Lebensmitteln und Wasser und Test aller Navigationsgeräte. Unterstützt wurden wir dabei von Alessandro, der die Ripa Blu schon seit Jahren betreut und das Schiff auswendig kennt. Hoffentlich findet die Ripa Blu auch in Griechenland einen guten Bootsmann – der wird dann wohl Kostas heißen. Damit war der Tag gut gefüllt und am Abend wurde die Funktionstüchtigkeit der Küche getestet – aus der Bordküche wurden Antipasti und Pasta mit Salsiccie serviert und der sehr gute Abruzzenwein probiert.
Freitag, 9. Jänner 2026
Am Freitag erfolgte dann die Einweisung in das Schiff und die Sicherheitsinstruktion mit der Verteilung der Notrollen in gefährlichen Situationen. Am Abend besuchten wir zum Abschied von Giulianova das ausgezeichnete Fischrestaurant Bora Bora – ein kulinarisches Erlebnis. Aufgrund des warmen Fallwindes endete der Abend im Cockpit mit einer Whiskyprobe aus der gut bestückten Bordbar.
Samstag, 10. Jänner 2026
Um 09.00 warfen wir die Leinen los und liefen aus; nach einem kurzen Motorschlag durch die Fischernetze wurde das Vorsegel gesetzt und mit Kurs Süd und raumen Wind mit 20 kn abgelaufen. Um 13.00 standen wir vor dem Hafen in Pescara und warteten auf den Marinero, der uns den Liegeplatz zuweist. Nachdem wir das einzige Gästeboot waren, bekamen wir einen Platz direkt vor der Sanitäranlage. Leider hat in der Zwischenzeit Regen eingesetzt und es wurde beschlossen, die Bordküche anzuwerfen und die Pasta statt in der Osteria im Schiff zu verspeisen. Nachdem die Afterguard aufgrund der Wetterprognose (Regen, Kalt, Wellen mit über 2m Höhe) beschlossen hat, einen Hafentag einzuschalten, dauerte dann der Abend länger.
Sonntag, 11. Jänner 2026
Das Wetter am Hafentag bestätigte die Entscheidung: Schneeregen, Temperatur unter Null, Böen bis zu 25 kn – sehr ungemütlich. Bis auf einen Spaziergang zwecks Cappucino-Genuss verbrachte die Crew an Bord; am Abend gab es eine Pasta Variation an Bord der Ripa Blu
Montag, 12. Jänner 2026
Um 09.00 hieß es Leinen Los in Pescara; das Wetter war nun besser aber immer noch sehr kalt. Leider gab es auch zu wenig Wind, die 50 Meilen nach Termoli mussten unter Maschine zurückgelegt werden. Um 15.00 erreichten wir Termoli und machten in der Marina fest. Termoli ist eine interessante kleine Stadt mit einer beeindruckenden Altstadt – leider waren die meisten Restaurants geschlossen – eine Pizzeria haben wir dennoch gefunden.
Dienstag, 13. Jänner 2026
Schon um 06.00 legte die Ripa Blu Richtung Rodi Garganico ab, dass wir um ca. 15.00 nach 70 Nm erreichten. Eine schöne Altstadt, leider aber wenig los und die Restaurants in Hafennähe geschlossen. Eine Gelegenheit die Bordküche zu testen.
Mittwoch, 14. Jänner 2026
Um 06.00 wurde Richtung Bisceglie ausgelaufen – Tagesetmal 70 Meilen. Das Wetter war nun noch besser und wärmer, nur der Wind hat ausgelassen. Um 15.00 erreichten wir Bisceglie und der erste Weg führte zur Tankstelle um Diesel zu bunkern. Der Wetterbericht hat die Afterguard sehr beschäftigt – die Prognose brachte ein mehrtägiges Tief mit 30 bis 40 kn Ost und Wellen über 3m, kein gutes Fenster um nach Griechenland zu übersetzen. Nachdem alle Szenarien diskutiert waren, war klar dass wir in Bisceglie letztmals in Italien Lebensmittel bunkern mussten. Das war der Job von Günter und Christof, die das souverän bewältigten. Ziel war es, dass die Bordküche auch in Griechenland italienisch funktionieren kann. Am Abend besuchten wir das Restaurant Rossetti direkt im Hafen, eine interessante Mischung von Burger und italie
Donnerstag, 15. Jänner 2026
Auch heute war Rise Rise um 05.00, um 06.00 wurde ausgelaufen – Ziel Monopoli mit ca. 70 Nm. Das Wetter war unverändert und um 15.00 erreichten wir den Hafen von Monopoli. Dort hat sich herausgestellt, dass wir bei einer Werft den Liegeplatz gebucht hatten und nicht in der Marina. Das hat schon gepasst, es war alles aber etwas rustikal. Nach einem kurzen Spaziergang durch die sehenswerte Altstadt besuchten wir ein hervorragendes Restaurant und der Absacker fand an Bord statt. Aufgrund der Wetterlage sollte am nächsten Tag die Überfahrt nach Korfu erfolgen.
Freitag, 16. Jänner 2026
Um 10.00 hieß es Arrividerci Italia mit Ziel Korfu in Griechenland. Über die Überfahrt kann man nicht viel berichten – wenig Wind aber auch wenig Verkehr; am Samstag um 13.00 wurde in der Marina Gouvia festgemacht; die Nacht war ohne besondere Zwischenfälle, Etmal 150 Nm. Marc und Helmut klarierten in Griechenland ein und lernten dabei einen kosmopolitischen Taxifahrer kennen, der Rest der Crew bereitete einen „Brind“ und genoss die Sonne. Der Abend war dann geprägt von griechischen Emotionen – Wein, Musik, Essen – und dauerte sehr lange.
Bericht: Christof Grabher





